Warum sind die Metropolen so teuer?

In Deutschland wurde über viele Jahre zu wenig gebaut. Ein Grund waren die Prognosen der Demografen, die von einer schrumpfenden Bevölkerung ausgehen. Was dabei nicht bedacht wurde: Vor allem die Metropolen mit ihrem großen Jobangebot ziehen Neubürger aus dem In- und Ausland an. So ist etwa die Bevölkerung der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf seit dem Jahr 2000 um gut vier Prozent gewachsen. Für den Bedarf an Wohnraum ist die Zahl der Haushalte allerdings viel entscheidender als die reine Bevölkerungsentwicklung. Und hier gilt: Wegen der steigenden Zahl von Single-Haushalten nimmt der Flächenverbrauch pro Einwohner zu. Lebten früher meist zwei und mehr Personen in einer Wohnung, ist es heute oft nur noch eine. Dadurch steigt die Nachfrage nach Wohnraum im Bundesdurchschnitt. Weil auch viele Familien inzwischen lieber wieder in der Stadt als im „Speckgürtel“ wohnen, werden Wohnungen in den sieben Metropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart besonders knapp, aber auch in Regionalzentren wie Dresden, Leipzig oder Regensburg. Geringe Renditen für Spareinlagen und Schuldverschreibungen sowie gleichzeitig niedrige Zinsen für Baugeld stimulieren die Nachfrage zusätzlich. Am Ende gilt der alte ökonomische Grundsatz: Was knapp ist, wird teurer.
Quelle: Handelsblatt, Dienstag 22.Okober 2013, Nr.203

Weitere News